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    Gebäudeenergiegesetz soll energetische Anforderungen neu regeln

    Seit Sommer vergangenen Jahres wird in Regierungskreisen über das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) beraten. Dabei geht es um die Zusammenführung des Energieeinsparungsgesetzes mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Geplant war, mit dem GEG ab 2018 die energetischen Anforderungen an bestehende und neu zu errichtende Gebäude zu regeln. Kommen wird das Gesetz, das auch Bauprodukte wie Fenster, Türen und Fassaden betrifft, doch der Zeitplan scheint bereits überholt.

    Nötig wurde die Novellierung, weil Deutschland mit seinen aktuellen Regeln und Gesetzen die europäische Gebäuderichtlinie aus 2010 bislang nur teilweise umgesetzt hat. Gefordert ist insbesondere, die Einführung der KfW-55-Standard als Niedrigstenergiegebäudestandard für Neubauten. Mit dem nun vorliegenden GEG-Entwurf will der Gesetzgeber ab Januar 2019 den Neubauten der öffentlichen Hand eine nicht unumstrittene "Vorbildrolle" zukommen lassen. Erreicht werden die ambitionierten Energieeinsparziele im öffentlichen Sektor, indem die bisherigen Vorgaben um einen zusätzlichen Faktor von 0,74 verschärft werden.
    Der Gesetzentwurf lässt noch völlig offen, wie die Einhaltung des Niedrigstenergiegebäudestandards ab 2021 bei allen nicht öffentlichen Neubauten geregelt wird. Konkrete Vorgaben sollen hierfür erst in der kommenden Legislaturperiode ausgearbeitet werden. Doch im Prinzip könnten dadurch für Tischler Nachteile entstehen. Der Bundesverband Tischler Schreiner Deutschland (TSD) hat sich deshalb bereits kritisch positioniert und gegen eine einseitige Werteverschärfung zulasten der bereits technisch ausgereiften Bauprodukte des Tischlerhandwerks ausgesprochen.

    Unklarheit, wie und wann es weitergeht
    Für bestehende Gebäude sind im aktuellen Gesetzentwurf keine Verschärfungen vorgesehen. Änderungen der Außenbauteile von unter zehn Prozent der Bauteilfläche unterliegen nicht den Anforderungen der EnEV. Änderungen darüber hinaus dürfen die energetische Qualität des Gebäudes zumindest nicht verschlechtern. Für denkmalgeschützte Gebäude gelten weitere Ausnahmen. Offen bleibt die Frage, wie und wann es jetzt weitergeht. Dass der Gesetzentwurf noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet wird und 2018 in Kraft tritt, gilt mittlerweile als unwahrscheinlich.
    Bisher und weiterhin gilt: Bei Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden ist der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) über das Referenzgebäude-Verfahren zu ermitteln und mit dem Faktor 0,75 zu multiplizieren. Der bauliche Wärmeschutz (H'T) erhielt den Faktor 0,8. Die bauteilbezogenen U-Werte – eine zentrale Frage für Fensterbauer – fließen indirekt in die Berechnungen des Energiebedarfs der Anlagentechnik und in den baulichen Wärmeschutz der Gebäudehülle mit ein. Planer erhalten damit etwas Spielraum, ungünstige U-Werte von Bauprodukten anderweitig auszugleichen.

    16.05.2017 16:21 Alter: 129 Tage